Impressum

Stefan Köhler

Lucas Cranach Weg 18

31162 Bad Salzdetfurth

05063-2405

Für Inhalte der Vereinsvorstellungen sind die örtlichen Vereine verantwortlich.

 

Fotorechte:

Stefan Köhler

Herbert Moosdorf

 

© 2019 Stefan Köhler

Chronik

In der Gründungsurkunde des Godehardiklosters in Hildesheim von 1146 wird die Siedlung “Westenem” erwähnt. Da Wesseln im 12. Jahrhundert auch als “Westenheim” urkundlich überliefert ist, wird vermutet, daß der Ort aus der Gruppe der “Heim-Siedlungen” vor dem 12. Jahrhundert existierte. Vom 12.-16. Jahrhundert verkauften oder tauschten Klöster und Adlige ihren Grundbesitz in Wesseln. So übertrug Mathildis von Wohldenberg ihr Eigengut im Ort 1174 dem Kloster Wöltingerode. Später werden auch einige Hildesheimer Bürger als Grunderwerber genannt. Anfang des 13. Jahrhunderts gab es in Wesseln ein Rittergeschlecht, das den Namen von “Westem” führte. Kirchlich gehörte Wesseln in das Archidiakonat Detfurth bzw. später in den Bann Alfeld. Während schriftliche Hinweise auf Gotteshaus und Patronat fehlen, wird in einer Urkunde aus dem Jahre 1215 der Pfarrer des Ortes “Heinricus Sacerdos de Westene” als Zeuge aufgeführt. Dies gibt nicht nur Hinweise auf eine Pfarrkirche, sondern es steht auch für die Selbständigkeit der Pfarrei im Mittelalter. In Berichten des 18. Jahrhunderts wird der Standort der gotischen Kapelle mit dem rechten Lammeufer beschrieben. Vermutlich hatten die orts-ansässige “Ritterfamilie” oder die ihr nachfolgenden Edelherren die Kapelle erbauen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

                                                            Wesseln - Zeichnung um 1530

Die Pfarrei St. Johannes war im 16. Jahrhundert nicht mehr selbständig, da sie im Pfarrverband Detfurth ohne eigenen Seelsorger aufgeführt wird. Wie in Detfurth, so konnte sich auch in Wesseln die Reformation nicht durchsetzen. Dies bestätigt ein Bericht aus dem Jahr 1585, worin die Stiftsregierung den Zuzug eines Lutheraners nach Wesseln verbot. Da der bischöfliche Kanzler seine Zustimmung zu dem erforderlichen Erlass jedoch verweigerte, hatte der Zuzug von Lutheranern in kath. Ortschaften des Kleinen Stiftes allgemein nicht verhindert werden können. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung von Wesseln wurde durch das adlige Gut geprägt, das seit 1535 im Besitz der Familie von Wrisberg war. Noch während des 30jährigen Krieges hatten die von Wrisbergs 1647 von der bischöflichen Regierung das Privileg zum Bierbrauen erhalten. Fast 100 Jahre später erfolgte die Erlaubnis zur Branntweinbrennerei. Nachdem 1792 der Mühlenzwang des Amtes Marienburg aufgehoben war, wurde das Getreide aus den umliegenden Ortschaften in Wesseln gemahlen.

 

Obwohl die Überschwemmungen der Lamme und die Choleraepidemien in den letzten beiden Jahrhunderten auch dort viele Todesopfer gefordert hatten, reichte die kleine Kapelle Mitte des 19. Jahrhunderts für die Gemeinde nicht mehr aus. Der Wesselner Kapellenvorstand entschloß sich daher zum Kauf eines Kothofes. Auf dem Hof wurde eine Schule eingerichtet und in den Jahren 1853-1855 ein neues Gotteshaus erbaut. Seit 1855 hatte das alte Gotteshaus als Stall und Scheune gedient, bis es 1905 abbrannte.

 

Durch die Verkoppelung der Feldmark 1863 und die Technisierung in der Landwirtschaft konnten auch in Wesseln hohe Ernteerträge erzielt werden. Arbeitsplätze waren in der Landwirtschaft zu finden. Erst nach der Aufnahme der Kalisalzproduktion 1896 in Salzdetfurth und dem Bau eines Bahnhofes in Wesseln im Jahre 1900 hatten sich auch Tagelöhner im Ort niedergelassen. Im Jahre 1923 erfolgte schließlich die Aufteilung des Gutes und 1928 die des Gutsbezirkes “Fünfberger Forst” zwischen Wesseln und Bad Salzdetfurth. Die Kalisalzgewinnung, die Saisonarbeit auf dem Gut und der Eisenbahnbau waren die wirtschaftlichen Grundlagen.

Mit dem Flüchtlingsstrom gelangten nach 1945 Heimatvertriebene nach Wesseln. Diese konnten mit den vielen heimkehrenden Arbeitskräften aus der Gemeinde in den 11 landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort kaum eine Beschäftigung finden. Der größte Teil der Wesselner Bevölkerung suchte sich daher einen Arbeitsplatz in der Bad Salzdetfurther Kaliindustrie. Kirchlich ist Wesseln bereits seit dem Mittelalter mit der Pfarrkirche St. Gallus in Detfurth eng verbunden. In der Pfarrei von St. Gallus wird die Kapellengemeinde St. Johannes Bapt. vom Seelsorger aus Detfurth betreut.